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Dirk Sender
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Tipps zur Verlagssuche

Wer schon mal in seiner Freizeit etwas geschrieben und versucht hat, es zu veröffentlichen, der weiß, dass es so gut wie unmöglich ist, einen Verleger zu finden, der sich für Werke unbekannter Autoren interessieren lässt.

Wer jedoch seine Chancen ein wenig verbessern will, sollte auf jeden Fall einige Dinge beachten.

Niemals ein Manuskript ungefragt an einen Verlag senden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Manuskript meistens nicht gelesen wird. Man bekommt es entweder Monate später wieder mit dem Hinweis zurück, dass der Verlag zur Zeit mit ungefragt zugesendeten Manuskripten überhäuft wird, oder es landet ungelesen im Schredder irgendeiner Vorzimmersekretärin.

Immer zuerst Kontakt zum Verlag suchen. Sei es per E-Mail oder Telefon. Wenn man per E-Mail Kontakt herstellt, ist es sinnvoll, am Ende der Mail eine kleine Inhaltsangabe zu schreiben und ein paar Seiten !!!nicht mehr als zehn!!! der E-Mail anzuhängen. Achtet jedoch auf eure Wortwahl und stellt euch namentlich erst mal vor, bevor ihr schreibt, was euer Anliegen ist, das macht einen seriösen Eindruck. Ein Manuskript hat bessere Chancen, gelesen zu werden, wenn ein Lektor die Leseprobe gelesen hat und euer Manuskript erwartet.

Fast alle Verlage sind im Internet zu finden. Es ist von Vorteil, deren Seiten, Verlagsinhalte und Angebote zu kennen. Zum einen weiß man, mit wem man es zu tun hat und zum anderen kann man abschätzen, ob der Verlag zu einem passt oder nicht. Es macht nicht viel Sinn, das Manuskript eines Kinderbuches an einen Verlag verkaufen zu wollen, der sich auf Krimis spezialisiert hat. Also! Immer informieren, das spart Zeit, Nerven und Geld!

Wenn ihr denn das Glück habt und einen interessierten Verlag findet, der euer Manuskript anfordert, dann gibt es auch hier einige goldene Regeln zu beachten.

Niemals das Manuskript beidseitig ausdrucken. Das hindert beim Lesen.

Immer drauf achten, dass Seitenzahlen mitgedruckt werden.

Klare Schriftart ohne Schnörkel in gut lesbarer Auflösung. Am besten Times New Roman in der Schriftgröße 12 Punkt und in der Form der so genannten Normseite. Das heißt 60 Zeilen á 30 Zeichen. Damit seid ihr immer auf der sicheren Seite.

Das Schriftbild ist wichtig! Macht öfter mal Absätze und lockert den Text vom Layout ein wenig auf, damit der Leser keine augenermüdende Textbleiwüste vor sich hat.

Wer in der Rechtschreibung nicht gerade ein Studium abgelegt hat (wer hat das schon), der sollte auf alle Fälle den Text vor dem Druck nochmal mit der in den meisten Textverarbeitungsprogramen integrierten Rechtschreibprüfung überprüfen, um wenigstens die gröbsten Schnitzer zu korrigieren. Rechtschreibfehler sind zwar das kleinste Übel, dafür hat der Verlag ein Lektorat, aber es macht nicht den besten Eindruck, wenn der Text vor Rechtschreibfehlern strotzt.

Wer zeichnerisches Talent hat und die Illustration seines Werkes selber vornimmt, sollte auf jeden Fall seine Illustrationen mitsenden. Verwendet Kopien. Bei Illustrationen Dritter, sei es von Freunden oder Auftragsarbeiten, müsst ihr auf alle Fälle vorher um Erlaubnis fragen und es euch am besten schriftlich geben lassen. Damit vermeidet man spätere Unklarheiten und Streitigkeiten über Rechte und Vergütungsforderungen.

Auf keinen Fall ein Manuskript heften oder kleben. Einfach nur ein Gummi drum und ab ins Kuvert!

Ganz besonders wichtig ist das Expose. Wenn ihr das nicht ordentlich und übersichtlich ausarbeitet, fliegt das ganze Manuskript augenblicklich in die eh schon überfüllte Tonne des Lektors!

Das Expose sollte grundlegend folgendes beinhalten: Was passiert, wer spielt mit, welches Genre und damit welche Zielgruppe wird mit der Schreibe angestrebt. Solch technische Dinge wie eine Inhaltsangabe und Seitenanzahl sollten auch nicht fehlen. Mit Anschreiben und Expose steht und fällt das ganze Angebot.

Auf keinen Fall, aber wirklich auf gar keinen Fall solltet ihr das Angebot von Verlagen nutzen, die euch den Druck des Buches gegen einen Druckkostenzuschuss anbieten. Das sind unseriöse Abzocker, die das Risiko scheuen und sämtliche Kosten und Risiken auf den Autor abwälzen. Denen ist es egal, ob ihr Euer Buch verkauft oder nicht, auch wenn sie das Gegenteil behaupten. Die haben ihr Geld schon gemacht, indem ihr bezahlt. Wenn man Glück hat, bekommt man zwar eine ISBN und wird im Verlagsprogramm übernommen, doch solche Verlage verkaufen nicht viel, da sie selten ein interessantes Angebot haben. Außerdem ist euer Ruf schon hinüber, bevor ihr euch einen geschaffen habt. In der Schrifstellereibranche ist es verhöhnt und verpönt, seine Werke auf solch eine Art und Weise zu erkaufen. Wenn Ihr schon unbedingt euer Buch selber drucken lassen wollt, wovon ich euch abrate, dann versucht es über solche Betriebe wie Book On Demand. Die sind weitaus billiger, drucken im kostengünstigen Digitaldruck und ihr könnt jederzeit Exemplare bestellen. Doch ich muss dazu sagen, dass ihr dann dazu verdonnert seid, euer Werk selbst zu bewerben und zu vertreiben. Das ist ohne Ausbildung im Verlagswesen kaum ausführbar.

Dies ist keine Garantie dafür, dass es klappt mit dem eigenen Buch, doch man sollte alles nutzen, um seine Chancen zu erhöhen. Es gehört nicht nur ein gutes Manuskript und eine seriöse Erscheinung dazu, ein Buch zu veröffentlichen, sondern auch eine riesige Portion Glück. Die meisten Verlage haben sich schon für die nächsten Jahre mit Manuskripten eingedeckt, da ist es fast unmöglich, noch irgendwie dazwischen zu kommen. Aber man soll die Hoffnung ja bekanntlich nie aufgeben.

Also bleibt mir nur noch eines, und zwar viel Glück zu wünschen.


Dirk Sender

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