|
1
Mit dem Handrücken wischte Pawel über die tropfnasse Stirn. Der Arbeitshandschuh war schon so von Schweiß durchtränkt, dass er ihn bestenfalls auf der Stirn verwischte. Unbarmherzig schien ihm die Sonne auf den Kopf und seine alte, abgegriffene Maurerkappe war kaum in der Lage, ihn vor der heißen Sonnenglut zu schützen, die so nun schon seit gut drei Wochen anhielt. Pawel war nun auch nicht mehr der Jüngste und die Sonne machte ihm so langsam zu schaffen. Mit Sorge dachte er an seinen kleinen Gemüsegarten am Rande der Stadt, den er mit seiner Frau jedes Jahr neu bestellte. Eigentlich hätten sie es nicht nötig. Aber für ihn und seine Frau war es ein angenehmes Hobby, im Garten zu arbeiten. Nicht nur, dass es die beiden von der Glotze fernhielt, die in den letzten Jahren doch nur immer ein und dieselben Serien brachte, die Gartenarbeit hielt sie fit, machte ihnen Spaß und das selbstgezogene Gemüse schmeckte um Längen besser als dieses mit Düngemitteln und Pestiziden verseuchte Zeug aus dem Supermarkt. Aber mittlerweile wurde das Wasser knapp. Der selbst gebohrte Brunnen gab immer weniger davon her, sodass die Pumpe in den letzten Tagen gerade mal genug heraufholen konnte, um die Pflanzen mehr schlecht als recht am Leben zu erhalten. Ihre Blumenbeete hatten sie schon zugunsten der Gemüsepflanzen opfern müssen, weil das Wasser nicht für beides gereicht hatte. Pawel hoffte inständig, dass es in den nächsten Tagen Regen geben würde. Doch die Wetterfrösche machten ihm da keine Hoffnung. Es würde wohl mal wieder ein Jahrhundertsommer in Deutschland werden, den dritten in Folge. Und wenn dann endlich der Regen käme, würde es wahrscheinlich wieder zehn Wochen am Stück durchregnen. Deutschland war ein ungeeignetes Land, um sein Gemüse ordentlich zu ziehen.
Nun war es Viertel nach zwölf und Pawel freute sich auf die Mittagspause. Noch eine Viertelstunde, nur noch ein paar Steine auf die Mauer und dann ab in den Bauwagen. Er freute sich schon auf die kühle Flasche Bier und sein Pausenbrot. In traumwandlerischer Sicherheit verteilte er den Mörtel auf der Mauer und setzte einen Stein obenauf. Seine Schulter schmerzte. Das tat sie nun schon seit einigen Jahren. Die fast vierzig Jahre in seinem Beruf als Maurer hatten natürlich ihre Spuren an seinem Körper hinterlassen. Doch er brauchte nur noch ein paar Jahre und die ganze Plackerei hätte schließlich ein Ende und er könnte endlich in die wohlverdiente Rente gehen. Gelernt hatte er sein Handwerk noch in seiner alten Heimat, in Polen. Als junger Mann reiste er schließlich nach Deutschland, um sein Glück hier zu versuchen. Für einen fleißigen und genügsamen Menschen wie Pawel war eine angemessene Arbeit zu finden kein Problem. In all den Jahren war er nie ohne Arbeit, obwohl er schon die eine oder andere Firma hat pleitegehen sehen. Doch Pawel war immer frohen Mutes. Er hatte eine liebe Frau gefunden, eine Familie gegründet, ein Haus gebaut und drei Kinder großgezogen. Pawel sagte immer mit ein wenig Stolz, dass er sich seine Rente hart erarbeitet und wohl verdient hat.
So in Gedanken versunken legte er Stein für Stein auf die frische Mauer. Ein wirklich übler Geruch, der ihm in die Nase stieg, ihm den Magen verdrehte und einen starken Brechreiz auslöste, riss ihn aus seinen Gedanken. Irritiert, das Würgen unterdrückend, schaute er um sich. Wenn einer seiner Kollegen neben ihm gestanden hätte, dann hätte er ihn wohl dafür verantwortlich gemacht. Doch niemand war bei ihm. Er stellte sich auf die Zehenspitzen und lugte auf die andere Seite der brusthohen Mauer. Doch dort war auch niemand zu sehen. Pawel wollte weiterarbeiten und legte noch zwei Steine nach, als ihm jedoch der Gestank von fauligem Fleisch und verwesenden Kadavern zuviel wurde.
„Welcher Idiot hat da wieder eine Ratte erschlagen und das Viech nicht weggeräumt.“ murmelte er. „Naja, is’ eh Zeit für die Pause.“, brummte er und wollte sich gerade auf den Weg zum Bauwagen machen, als er knapp oberhalb seiner frischen Mauer etwas Seltsames entdeckte. Ewas, das aussah wie die blassgrüne Nasenspitze eines Reptils, drängte sich wie aus dem Nichts heraus in seine Welt. Kreisrund, spitz zulaufend und um die zehn Zentimeter im Durchmesser. Pawel war fasziniert und beängstigt zugleich. Das Ding wurde immer größer und länger und mit ihm stieg der Gestank. Pawel drehte sich ein wenig zur Seite, um das Phänomen besser begutachten zu können. Aber er konnte nichts weiter entdecken. Kein versteckter Körper, keine Kiste, kein Tuch oder irgendetwas, das auf einen Trick hingedeutet hätte. Es schien wirklich in der Luft zu hängen und aus dem Nichts zu kommen. Pawel bekam es mit der Angst zu tun. Er hatte sich gerade dazu entschlossen, zum Bauwagen zu laufen, um seinen Kollegen davon zu berichten, als er ein abgrundtiefes, rasselndes Atmen vernahm. Es schien aus der dunkelsten Tiefe der Hölle zu kommen und mit ihm wurde der Gestank unerträglich. Pawels Magen rebellierte bei diesem bestialischen Geruch und er spürte seinen Mageninhalt brennend die Speiseröhre hochkriechen. Langsam, ohne das Ding, das immer größer wurde, aus den Augen zu lassen, ging er einen Schritt zurück. Mittlerweile musste es mindestens zwei Meter im Durchmesser erreicht haben und es ähnelte dem Kopf eines riesigen grünen Wurms. Schleimtropfen groß wie Kinderfäuste tropften von der Spitze herab und klatschten mit einem schmatzenden Laut auf den Betonboden, wo sie in tausend Spritzer zersprangen und den Verwesungsgestank auf ein unerträgliches Maß vermehrten. Noch einen Augenblick länger und er würde sich übergeben müssen. Vorsichtig trat er einen weiteren Schritt zurück. Fasziniert betrachtete er, was da gerade vor sich ging. An der Spitze dieses Wurms sah er zwei kleine runde Öffnungen und er konnte ganz deutlich schnüffelnde Geräusche hören. Das Ding schien ihn zu riechen. Der Wurm wurde immer länger und richtete sich auf. Seine Spitze schwebte nun gut drei Meter über Pawels Kopf. Ein Knochenkamm stellte sich an der Spitze des schleimigen Wurms auf und Pawel erinnerte das Bild an eine Dokumentation über Echsen, die er kürzlich erst im ZDF gesehen hatte. Einer dieser seltenen Tage, an dem er mal vor dem Fernseher saß, anstatt im Garten zu arbeiten. Einige dieser Biester dort sahen diesem Viech hier erschreckend ähnlich, nur dass sie erheblich kleiner waren. Die Erinnerung an die Fernsehbilder, was die Biester mit ihrer Nahrung angestellt hatten, ließ ihm einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
Behutsam trat er einen Schritt zurück. Das Biest schien es nicht zu bemerken. Zumindest reagierte es nicht darauf. Pawel hoffte, dass es nur zu riechen in der Lage war. Und bei dem Gestank würde sein Bauarbeitergeruch gar nicht auffallen. Das Herz pochte vor Angst so laut in Pawels Brust, dass er befürchtete, das Ding könnte seinen Herzschlag hören. Möglich war ja alles. Dann trat er vorsichtig noch einen Schritt zurück, und noch einen weiteren. Die leere Bierflasche hinter sich, die er mit der Ferse umstieß, bemerkte er erst, als sie mit einem für ihn unerträglich lautem Klirren zu Boden schlug und in tausend Einzelteile zerbrach. Ruckartig bewegte sich das Ding in seine Richtung. Zwei Augen, groß wie Schubkarrenräder erschienen an dem Ding, als es seine Lider hob. Und diese Augen blitzten ihn rubinrot leuchtend, gierig an. Dann ging alles sehr schnell. Zu schnell, als dass der vor Angst paralysierte Pawel noch hätte reagieren können. Der Wurm riss sein Maul zu einer garagentorgroßen Öffnung auf, in der ellenlange und spitz zulaufende rasiermesserscharfe Zähne aufblitzten, von denen der stinkende Geifer tropfte. Und schneller, als ein Gedanke die grauen Untiefen von Pawels Gehirn durchwandern und einen Fluchtreflex hätten auslösen können, raste das Maul auf ihn zu und verschluckte ihn fast gänzlich. Es blieb ihm nicht einmal die Zeit zu schreien. Das letzte was Pawel wahrnahm, war das Geräusch zerberstender Knochen und ein heiß brennender Schmerz in seinen Schienbeinen. Dann löste sich sein Bewusstsein in einer roten Wolke tobenden Schmerzes auf.
2
Marianne war unzufrieden. So unzufrieden, wie eine perfektionistisch veranlagte Frau, angesichts einer immer wiederkehrenden Störung ihres ästhetischen Empfindens nur sein konnte. Grummelnd stand sie vor der Wohnzimmerwand und schaute sich den kreisrunden blassen Fleck an. Sie bewohnte dieses Haus zusammen mit ihrem Mann Peter nun schon seit mehr als zehn Jahren und dieser verhasste Fleck an der Wand war hartnäckig genug, all ihren Bemühungen, ihn zu entfernen, zu trotzen. Peter hatte diese Wand schon mehr als zehnmal neu tapeziert, hatte sie mit allerlei Chemikalien behandelt und sie sogar mit einer Schicht Deckfarbe versehen. Aber das alles half nichts. Ein paar Tage später war er wieder da. Diesem kreisrunden Fleck war nicht beizukommen. Dabei war er noch nicht einmal sehr auffällig und man musste schon genau hinsehen, um ihn erkennen zu können. Aber er war groß, maß zwei Meter im Durchmesser und Marianne wusste dass er da war und sah ihn deshalb auch stets auf den ersten Blick. Marianne war nicht einfach nur eine auf Sauberkeit bedachte Frau. Marianne war das, was man gemeinhin als pingelig bezeichnete. Pedantisch und perfektionistisch, wenn es darum ging, ihren Haushalt sauber zu halten und ihr Heim nach ihren Maßstäben wohnlich zu gestalten. Und dazu gehörte in ihren Augen eine antiseptisch anmutende Sauberkeit. Und dieser Fleck machte sie schier wahnsinnig. Hauptsächlich wegen seiner Hartnäckigkeit, aber ebenso wegen der Ungewissheit, was ihn verursachte und woraus er bestand. Es konnte schließlich nichts Gutes oder Ungefährliches sein, wenn er sogar den aggressivsten Chemikalien trotzen konnte. Und mit Chemikalien, das wusste ein jeder, der sie kannte, gab es kaum jemanden, der sich besser damit auskannte als Marianne.
Sie hatten sich das Haus gekauft, als ihre Kinder Thomas und Susanne ihr eigenes Leben begannen und das elterliche Haus verlassen hatten. Und für Marianne und Peter war das hundertzwanzig Quadratmeter große Haus einfach zu groß. Zu viele Räume, die sie nicht mehr brauchten und die trotzdem gereinigt werden wollten. Also kratzten sie alle Ersparnisse zusammen, verkauften das alte Haus und bauten sich ein neues, kleineres, in einer schicken und ruhigen Lage.
„Ärgerst du dich schon wieder über diesen dusseligen Fleck?“ fragte Peter, der den Raum betrat und sich neben seine Frau stellte.
„Ich hasse diesen Fleck.“
„Ich sage dir schon seit Jahren, lass uns den Schrank davor stellen, dann ist er weg. Problem gelöst.“ Peter grinste in dem Wissen, was nun folgen würde.
„Peter, so einfach ist es nicht: Problem gelöst.“, erregte sie sich und fuchtelte wild mit den Händen.
„Jaja, ich weiß, der Fleck wäre dann trotzdem noch da.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich verstehe nur nicht, was dich daran so stört.“
„Peter, wir sind nun seit siebenunddreißig Jahren verheiratet und du kennst mich noch immer nicht. Du enttäuscht mich.“
„Oh doch, ich kenne dich ganz genau. Du bist eine verdammte Perfektionistin.“ Dann nahm er sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Das war die einzig effektive Art seine Frau augenblicklich zum Schweigen zu bringen und wirkte auch nach siebenunddreißig Jahren Ehe noch immer erfreulich auf Anhieb.
„Charmanter Schuft.“ Sie rang nach Luft und knuffte ihn in die Seite.
„Aber ich habe halt ein ungutes Gefühl, wenn ich diesen Fleck ansehe. War das nicht die Mauer, vor der man die Reste des Bauarbeiters gefunden hat?“ fragte sie angewidert und schüttelte sich bei dem Gedanken.
„So wie du das sagst, hört es sich ja so an, als hätte man eine zerfledderte Leiche gefunden.“
„Ach, und wie nennst du denn ein Paar Arbeitsschuhe, in denen noch die Füße des Besitzers stecken, von dem der Rest aber unauffindbar ist?“ Sie zog die linke Augenbrauen hoch.
„Auf jeden Fall nicht Reste eines Bauarbeiters, aber in dem Fall hat doch das eine nichts mit dem anderen zu tun.“
„Doch, beides ist unerklärlich. Das eine ist ein unerklärlicher Fleck, der sich nicht entfernen lässt und das andere ist ein unerklärlich fehlender Bauarbeiter ohne Füße.“
„Ich kann zwar beides nicht erklären, aber wenn es dich beruhigt, werde ich in der nächsten Woche Thomas’ Rat befolgen und das Mauerwerk mit dem Fleck entfernen und neu mauern. Ich finde Thomas’ Erklärung am einleuchtensten, dass die Baufirma hier vielleicht versucht hat, irgendwelche Spuren mit Chemikalien zu vertuschen. Und jetzt komm, wir wollten doch noch einkaufen gehen. Wir haben noch nicht gefrühstückt und wenn wir noch etwas Ordentliches bekommen wollen, sollten wir uns beeilen. Es ist zehn Uhr durch und all die hungrigen Rentner stürmen um diese Zeit die Cafés der Stadt und fallen wie ein Heuschreckenschwarm über die Frühstücksbuffets her.“
„Ja, ich denke, es wäre das sinnvollste, diese Mauer abzureißen.“, sagte sie leise. „Ich verspüre immer eine kalte Angst, wenn ich diesen Fleck sehe und an die Füße des Bauarbeiters denke.“
„Abgemacht, heute Abend gehen wir Klaus und Helga besuchen und ich leihe mir bei ihm das passende Werkzeug aus.“
„Einkaufen und ein Schwätzchen mit Helga. Es scheint doch noch ein guter Tag zu werden.“, schwärmte Marianne.
„Was, bin ich dir nicht mehr gut genug?“, entrüstete er sich gespielt, als sie sich auf den Weg zur Garderobe machten, um Mantel und Schal anzulegen. Es war Anfang Dezember und unangenehm kalt draußen.
Als Antwort bekam Peter einen weiteren Knuff in die Seite.
„Karlchen!“ rief Peter laut, worauf aus der Küche ein klickern auf den Fliesen zu hören war und kurze Zeit später der Kopf eines Dobermanns hinter dem Türrahmen hervorlugte.
„Dass du mir schön auf das Haus aufpasst. Zur Belohnung bringe ich dir dann auch eine schmackhafte Katze mit.“ Der Hund wedelte mit dem Schwanz.
„Deine Witze werden im Alter immer flacher, genau wie dein Hintern.“ spöttelte Marianne, auf Peters Hinterteil schauend, der sich zum Hund bückte, um seinen Kopf zu streicheln.
„Sei froh, dass ich zu gut erzogen bin, um darauf etwas zu antworten.“
„Was? Gefällt dir irgendetwas an MEINEM Hintern nicht?“
„Das nicht, aber wenn ich dir jetzt sagen würde, was mir bei dem Anblick deines Hinterns einfällt, würdest du mich nur wieder einen alten Lüstling schimpfen.“
Lachend gab ihm Marianne einen Kuss und sie entschwanden dann in die klare Luft eines kalten Morgens.
Zurück ließen sie ein aufmerksames Karlchen, der aus dem Wohnzimmer einen ungewohnten, aber für ihn äußerst interessanten Duft witterte.
3
Das erste, was Peter auffiel, als er die Haustür aufschloss, war der widerliche Gestank. Er wollte nur den Hund abholen die Einkäufe verstauen und wieder zurückfahren. Marianne hockte noch mit Helga zusammen und eigentlich waren sie schon länger dort, als es eingeplant war. Obwohl sie so nah beieinander wohnten und es mit dem Auto nur ein Weg von ein paar Minuten war, sahen sie sich doch immer seltener. Umso willkommener war dann ein zufälliger Besuch. Sie hatten sich dann immer eine Menge zu erzählen und die Zeit verging wie im Fluge. Peter stellte die Einkäufe auf dem Küchentisch ab. Dann schaute er, auf der Suche nach der Quelle des Gestankes, um sich. In der Küche und dem Schlafzimmer war nichts zu entdecken, was den Geruch erklärt hätte. Der Gestank wurde unerträglicher, je näher er dem Wohnzimmer kam.
„Karlchen, was hast du nur wieder gefressen, dass du so stinkst?“ Es kam keine Reaktion. Normalerweise kam der Hund sofort angerannt, wenn er seinen Namen hörte.
„Karlchen, komm zu Herrchen!“ Immer noch keine Reaktion. Als Peter das Wohnzimmer betrat, traf ihn fast der Schlag. Er traute seinen Augen kaum, denn was er da sah, konnte eigentlich nicht sein. Der Fleck in der Wand hatte sich in ein kreisrundes Loch verwandelt und grüner Schleim war großflächig vor dem Loch auf dem Fußboden verteilt. Eigentlich hätte er direkt in die Abstellkammer sehen müssen, die sich hinter dieser Wand befand, doch er sah lediglich ein tiefschwarzes Loch. Langsam näherte Peter sich der Öffnung und je näher er kam, umso intensiver wurde der Gestank. Ekel und das sündhaft teure Frühstück aus dem Nobelrestaurant im Einkaufszentrum bahnten sich ihren Weg nach oben. Doch tapfer schluckend wagte er sich noch weiter heran. Irgendetwas lag da auf den Boden, das er noch nicht identifizieren konnte. Als Peter nah genug herangekommen war, erkannte er inmitten all des Schleimes den blutigen Hinterlauf seines Hundes. Es konnte nur Karlchens rechtes Hinterbein sein. Denn auf dem Oberschenkel hatte Karlchen einen weißen Fleck, der wie ein Schmetterling aussah. Peter hatte sich über ein so eindeutiges und wiedererkennungsfähiges Merkmal gefreut und gesagt, als er es das erste Mal erblickte, dass ein Wesen, das mit einem Schmetterling gezeichnet geboren wird, nur unter einem guten Stern geboren sein kann. Doch das Glück schien den guten und braven Hund verlassen zu haben. Denn das, was dort auf dem vor Schleim glänzenden Parkett lag, war Karlchens rechtes Hinterbein. Peter konnte eindeutig den Schmetterling auf dem Oberschenkel identifizieren. Irgendetwas oder irgendwer hat Karlchen das Bein mit etwas Messerscharfem abgetrennt. Peter merkte, wie ihm die Knie weich wurden und der Magen rebellierte.
„Oh Scheiße, Karlchen!“ Dann rannte er ins Bad und kotzte sich die Seele aus dem Leib.
Nachdem er fast zehn Minuten an der Wand gelehnt auf dem Boden gesessen hatte, ging es ihm ein wenig besser. Scheiß was auf das Loch in der Wand, wo immer es auch hergekommen sein mochte, aber was war mit seinem Karlchen geschehen? Er hatte den Hund vor neun Jahren als Welpen gekauft und ihn mit viel Liebe und Geduld großgezogen. Selbst als der Hund an Krebs erkrankte und jeder ihm riet, das Tier zu erlösen.
„Ich würde meine Frau doch auch nicht einschläfern lassen, wenn sie schwer krank würde.“, hatte er stets darauf geantwortet. Also rannte er von Tierarzt zu Tierarzt, bis er endlich jemanden gefunden hatte, der Karlchen helfen konnte. Es hatte ihn zwar eine beachtliche Stange Geld gekostet, doch das war ihm der Hund allemal wert. Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, brauchte er etwas, um das er sich kümmern konnte. Der Hund war ihm in all den Jahren so sehr ans Herz gewachsen. Seufzend wischte er sich die Tränen aus den Augen und wusch sich das Gesicht. Das erfrischte ihn ein wenig und ließ ihn wieder klarer denken. Er überlegte, was er denn nun tun könnte. Allein der Gedanke an den pestilenzartigen Gestank im Wohnzimmer verursachte ein rebellisches Würgen seiner Gedärme. Doch dann fielen ihm die alten Gasmasken ein, die er damals, als in Tschernobyl der Reaktor hochging, für die ganze Familie besorgt hatte. Er wusste damals selbst, dass ihn die Dinger nie im Leben vor der Radioaktivität geschützt hätten, aber er fühlte sich einfach sicherer mit ihnen. Marianne wollte sie schon längst entsort haben, aber Peter hatte sie wohlweißlich aufbewahrt. Sie lagen im Keller bei dem Werkzeug. Dort ließ sich Marianne sowieso nie blicken. Werkzeuge waren für Marianne ungefähr genauso interessant wie Schweinefleisch für einen Moslem. Ein äußerst sicheres Versteck, wenn es etwas vor Marianne zu verbergen gab. Damit könnte er das Loch untersuchen, ohne sich gleich wieder übergeben zu müssen. Mit zittrigen Knien machte er sich auf den Weg in den Keller.
Der Keller war wie fast jeder Keller dunkel, mit vielen tiefschwarzen Schatten, die die kleine vierzig Watt-Glühbirne nicht zu verscheuchen vermochte. Peter war ein sparsamer Mensch und wenn es ums Stromsparen ging, konnte er ein regelrechter Schotte sein. Doch in diesem Moment verfluchte er seine Sparsamkeit und wünschte sich, dass er damals die Flutlichtbeleuchtung aus dem Schalker Fußballstadion installiert hätte. Der Keller bestand im Grunde nur aus zwei Räumen: Dem Heizungsraum und einem großen Raum, in dem er Werkzeug, Gartenmöbel und allerhand Kleinkram verstaute. Schon als Kind hatte ihn diese bedrückende und unerklärliche Angst in Kellerräumen geplagt und diese Angst hat sich niemals ganz gelegt. Nun war er mittlerweile Mitte Fünfzig und hatte noch immer ein flaues Gefühl im Magen, wenn er seinen Keller betrat. Er hasste einfach den Muff und die bedrückende Enge, die ein niedriger Kellerraum ausstrahlte. Peter dachte an Karlchen, als er den Karton suchte, in dem er den Kram aus dem alten Haus aufbewahrte, den er nicht wegwerfen wollte.
Irgendetwas muss dem alten Karlchen ja das Bein abgetrennt haben. Etwas das aus diesem Loch gekrochen kam, in Schleim sich suhlte und furchtbar nach Verwesung und faulem Fleisch stank. Und diesem Etwas wollte er nicht so ganz schutzlos gegenübertreten, egal was es war. Wenn er sich jedoch den Durchmesser des Lochs vor Augen hielt, musste es auch ziemlich groß sein. Zumindest groß genug, um mit einem ausgewachsenen und als Wachhund ausgebildeten Dobermannrüden fertig zu werden, der zudem noch zwei gesunde und bestens funktionierende Eier sein Eigen nannte. Peter hatte es damals nicht übers Herz gebracht, dem Hund seine männliche Würde zu nehmen. Doch was war es, gegen das er sich wehren wollte? Woher kam es und was machte es in seiner Abstellkammer? Denn aus der schien es herausgekommen sein.
Und dann fiel im siedendheiß die wichtigste aller Fragen ein: WO WAR ES JETZT?
Irgendwo musste es sich ja schließlich noch befinden.
Das tiefe Gurgeln hinter seinem Rücken nahm er wahr, noch bevor es sein Ohr richtig hören konnte. Blitzschnell griff er das Nächstbeste, das er zwischen die Finger bekam, drehte sich um und warf es in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war. Mit einem dumpfen Poltern schlug der Kleisterquast gegen die Metalltür des Heizungsraums. Peter hatte sich vor dem Geräusch der anspringenden Ölheizung fast die Hosen nass gemacht.
„Na du bist mir ja ein vielleicht ein Held.“, murmelte er und war erleichtert, dass es nur die Heizung war. Er schüttelte den Kopf und als sich sein Herzschlag wieder normalisiert hatte, widmete er sich weiter seiner Suche. Und endlich hatte er den Karton gefunden. und ebenso die Gasmasken darin. Und als er weiter wühlte, fand er noch seinen alten Regenanzug fürs Motorradfahren, säurefeste Gummihandschuhe und seine alten Gartenstiefel. Damit und mit der Gasmaske war er gut gegen den Schleim und den abartigen Geruch geschützt. Der Regenanzug roch muffig und gab gummiartige Geräusche von sich, als Peter ihn auseinanderfaltete. Großartige Erinnerungen an großartige Motorradtouren mit Marianne und ihren gemeinsamen Freunden kamen auf, als er die Schuhe auszog und in den Anzug stieg. Und die Erinnerungen an die vielen zweisamen Stunden mit Marianne im Schlafsack und ihrem alten Zelt. Mannomann, was würde er dafür geben, einmal wieder mit ihr zelten zu gehen. Er nahm sich ganz fest vor, ihr so bald wie möglich diesen Vorschlag zu unterbreiten. Doch jetzt gab es etwas anderes zu tun und nur sehr ungern gab er die Gedanken an eine kuschelige Nacht mit Marianne nackt im Schlafsack auf. Er schlüpfte in die Gummistiefel und hängte sich die Gasmaske um den Hals. GASMASKE!
Er konnte sich noch gut daran erinnern, dass es bei der Bundeswehr reichlich Liegestütze hagelte, wenn man diesen Begriff anstelle der dienstlich korrekten Bezeichnung der ATEMSCHUTZMASKE verwendete. Dieser Mumpitz wurde einem damals so gründlich eingeimpft, dass man es selbst nach einigen Jahrzehnten nicht vergaß. Der Umfang des Regenanzugs zeugte von weitaus fetteren Jahren in der Vergangenheit. So wie ihn der Anzug nun zeltartig umschlotterte, müssen das schon einige Kilos gewesen sein. In dem Karton hatte er doch eben noch seinen alten Ledergürtel mit der Harley-Davidson-Schnalle gesehen. Er wollte ungern mit dem viel zu großen Anzug irgendwo hängen bleiben, oder sich selbst behindern und schnallte sich den Gürtel um. Jetzt brauchte er nur noch etwas, mit dem er sich bewaffnen konnte. Suchend schaute er sich um und sein Blick blieb auf der gegenüberliegenden Wand haften. Peter war ein gewissenhafter Hobbygärtner. Deshalb war alles, was er brauchte, fein säuberlich an seiner Gartenwerkzeugwand befestigt, gut gesäubert, geölt und alles was eine Schneide oder Klinge hatte, war selbstredend rasiermesserscharf geschärft. Er steckte sich die Sichel in den Gürtel und nahm sich den Dreispitz zum Unkrautjäten und Wurzelziehen. Gerade wollte er sich auf den Weg nach oben machen, als sein Blick zufällig einen Gegenstand im Regal erblickte, an den er schon seit Jahren nicht mehr gedacht hatte. Dort aus dem Regal blitzte ihn der messingfarbene Knauf seines alten Rangermessers entgegen. Das war jetzt genau das, was er brauchte: Zweiunddreißig Zentimeter gehärteter und im blassen Schein der schwachbrüstigen Glühbirne matt glänzender A440-Stahl und der geschärften Sägeschneide auf dem Klingenrücken. Langsam zog er die Klinge aus der Lederscheide. Ja, damit konnte er umgehen und damit könnte er sich effektiv verteidigen. Er zog den Gürtel durch die Schlaufe der Lederscheide und band sich den Lederriemen um den Oberschenkel. Er war bereit. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengrube und zittrigen Knien machte er sich auf den Weg, um dem Mysterium in seinem Wohnzimmer auf der Spur zu kommen.
4
Vorsichtig lugte er ins Wohnzimmer. Alles war so wie vorher, nur die Sicht war durch die runden Gläser der Gasmaske eingeschränkt und verursachte einen Tunnelblick. Langsam tastete er sich Schritt für Schritt vor. Aus den Augenwinkeln sah er einen Schatten vorbeihuschen. Blitzschnell drehte er sich in seine Richtung und wollte gerade mit dem Gartenwerkzeug zustoßen, als sich der Raum erhellte und Peter sich selber im Garderobenspiegel erkannte. Sein Anblick war aber auch durchaus gewöhnungsbedürftig und hätte eher auf das Ding aus dem Sumpf gepasst. Er hatte damals die Beleuchtung der Garderobe an eine Lichtschranke koppeln lassen. Marianne hatte die äußerst verschwenderische Angewohnheit, immer und überall das Licht brennen zu lassen. Wenn man nahe genug an den Spiegel trat, schaltete sich das Licht selbsttätig ein und natürlich auch selbsttätig wieder aus, wenn man von ihm zurücktrat. So hatten beide etwas davon und es gab keinen Streit mehr wegen unnütz verbratener Kilowattstunden. Sein Herz klopfte immer noch wild, als er sich wieder dem Loch zuwand und das Licht am Spiegel erlosch. Langsam schlich er voran. Er erreichte den Schleim, bückte sich und rieb ihn zwischen den Fingern. Das Zeug war giftgrün, glitschig wie gequirlte Schnecken und leuchtete sogar schwach, was er beim ersten Anblick gar nicht bemerkt hatte. Ohne Handschuhe hätte er diesen Glibber im Leben nicht angefasst. Langsam richtete er sich auf, tat einen Schritt nach vorn und ärgerte sich im gleichen Moment, nicht bedacht zu haben, dass der Schleim nicht nur zwischen den Handschuhen glitschig war. In voller Länge schlug er rücklings auf dem Boden auf. Es gab ein klatschendes Geräusch und der Schleim spritzte bis an die gegenüberliegende Wand. Peter dankte Gott dafür, dass er sich vor zwanzig Jahren einen Regenanzug von hoher Qualität gekauft hat. Er war teuer, was Marianne ihm auch auf ihre Art mehrfach bestätigt hatte, aber er war absolut wasserdicht. Allein nur der Gedanke an den Gestank und die Gewissheit, dass er jetzt überall an ihm klebte, ließ seinen Magen wieder rebellieren. Er machte das, was er bei der Bundeswehr im Umgang mit Atemschutzmasken gelernt hatte, nämlich ruhig und flach zu atmen und damit den Würgereiz zu unterdrücken. Er versuchte sich aufzurichten, doch das Einzige, was er erreichte war, dass er diesmal nun der Länge nach vornüber fiel und das grüne Zeug nun an den Sichtscheiben seiner Gasmaske haftete. Dann bekam er den Dreizack neben sich zu fassen, stemmte ihn fest auf den Boden und schaffte es mit viel Mühe, sich gänzlich aufzurichten. Peter war nicht mehr der Jüngste, und das bekam er nun zu spüren. Das Herz raste, der Rücken schmerzte und seine Muskeln in Armen und Beinen zitterten.
Hinter ihm erklang ein schriller Ton, der nicht von dieser Welt zu sein schien und ihm fürchterlich in den Ohren schmerzte. Nackte panische Angst fuhr ihm durch Mark und Bein. Hatte ihn das was auch immer nun aus dem Hinterhalt angegriffen, während er damit beschäftigt war, sich auf den Beinen zu halten und eine komische Figur zu machen? Instinktiv griff er den Dreizack mit beiden Händen und wirbelte herum. Dabei hielt er den Dreizack wie eine Keule und schlug nach dem widerlichen Ton. Allein dem Schleim war es zu verdanken, der Peter erneut der Länge nach hintenüberkippen ließ, dass die drei messerscharfen Spitzen das Gesicht der hysterisch kreischenden Marianne nur um Haaresbreite verfehlten. Marianne stand dort steif wie eine Schaufensterpuppe und schrie wie am Spieß.
„Marianne!!!“ schrie Peter so laut er konnte, denn die Gasmaske schluckte einen großen Teil seiner Stimme.
„Marianne!!!! Hör auf zu schreien! Ich bin es! Peter!“ Marianne wollte nicht aufhören zu schreien. Irgendwann muss ihr doch die Luft ausgehen, dachte Peter, aber Marianne schrie immer weiter.
„Hör endlich auf zu schreien du hysterisches altes Weib!!!“ Peter wurde langsam sauer. „Du lockst es doch noch an! Marianne!!!!“
Marianne verstummte schlagartig und schaute Peter verwundert und irritiert an.
„Peter? Bist du das etwa?“ Ängstlich wich sie einen Schritt zurück.
„Na endlich. Was glaubst du denn? Seh ich etwa aus wie der Yeti?“ Er setzte sich auf.
„Nein, eher wie ein Froschmann, der im Kühlwasser eines Atomkraftwerks getaucht ist. Sag mal, was machst du da eigentlich?“ Die Frage schien rhetorischer Natur. Noch bevor Peter antworten konnte, redete Marianne schon weiter. „Ich wollte nachsehen wo du bleibst und hab mir Helgas Auto ausgeliehen und als ich hier reinkomme, stinkt es so bestialisch und … und … und in der Wand ist dieses Loch und überall dieser Dreck auf dem Boden und du … du … du siehst aus wie ein Marsmännchen und wo ist eigentlich Karlchen?“
Peter zeigte stumm auf das, was er von Karlchen noch gefunden hat.
„Was ist denn das?“
Peter kam ächzend auf die wackeligen Beine.
„Sein rechtes Hinterbein.“
Marianne begann wieder laut zu schreien.
„Marianne!!! Jetzt beruhige dich doch wieder!“
Als Peter das gurgelnde Grollen hinter sich vernahm und eine große Portion Schleim auf seine Schulter tropfte, wusste er schlagartig, dass Marianne nicht wegen Karlchens Bein so hysterisch schrie. Als er nach oben schaute, blickte er in ein furchtbar großes, mit riesigen Fangzähnen bewehrtes Maul. Gerade noch rechtzeitig warf sich Peter, den Dreizack immer noch umklammernd nach vorn und schlitterte auf dem Schleim durchs halbe Wohnzimmer. Mit einem dumpfen Knall schlug die Schnauze des Monsters auf den Wohnzimmerboden auf. Dieses Ding war riesig. Der runde Körper füllte das Loch in dem es immer noch steckte fast gänzlich aus. Es sah aus wie die überdimensionale Mischung aus einem Wurm und einer Schlange. Die Haut war schuppig und in grünen und braunen Zickzacklinien gemustert. Am Kopf lief es spitz zu und es hatte zwei tiefliegende große raubtierhafte Augen, die in einem tiefen Rot böse leuchteten. Vorn an der Spitze konnte Peter zwei Öffnungen erkennen. Vermutlich die Nasenlöcher. Auf dem Kopf saß ein Kamm aus spitzen Stacheln, die mit einer Haut verbunden waren. Es war überall mit dem gleichen Schleim bedeckt, der sich nun fast im gesamten Wohnzimmer verteilte. Ein furchtbar bösartiges und wütendes Brüllen erfüllte den Raum, das sogar Mariannes Geschrei übertönte.
„Hau ab! Renn was das Zeug hält!“ schrie Peter, als das Brüllen nachließ. Das Biest, das sich gerade auf Marianne stürzen wollte, drehte seinen Kopf ruckartig in Peters Richtung und Marianne floh tatsächlich. Es kam ganz nah an Peter, der immer noch auf dem Boden lag, heran und beäugte ihn neugierig. Peters Aufzug schien es zu interessieren und zu verunsichern. Als es anfing ihn zu beschnüffeln, sah Peter seine Chance.
„Verpiss dich, du Schleimbolzen!“ schrie er, zog die Sichel und hieb wie ein Irrer auf die riesige Schnauze ein. Doch der mit dicken Schuppen gepanzerten Haut konnte die Sichel nichts anhaben. Funken stoben und das Sichelblatt verbog. Das Biest zuckte zurück, schüttelte sich und brüllte. Dann kam es mit aufgerissenem Maul auf Peter zu. Der packte den Dreispitz und verkeilte ihn im Maul der Bestie. Wieder zuckte es zurück und schaute Peter ungläubig an. Dann, immer noch den Dreizack im Maul, fing es zu lachen an. Es klang, als würden zweihundert Krokodile im Rhythmus einer Melodie gleichzeitig furzen. Mühsam rappelte Peter sich auf. Mit einem lauten Schnapp klappte es die Kiefer zusammen und der Dreizack zerbrach wie ein Streichholz. Langsam legte Peter die Hand an sein Messer. Das Monstrum schüttelte den Kopf und Peter hatte das dumme Gefühl, als würde es sich über ihn lustig machen. Er konnte gerade eben noch das Messer ziehen, als er sich von der enormen Geschwindigkeit dieses Wesens überzeugen konnte, denn es dauerte nur den Bruchteil einer Sekunde und er fand sich vollständig in dem Maul des Monsters wieder. In Erinnerung an die Füße des Bauarbeiters, hatte er die Beine rechtzeitig angewinkelt. Und so schnell gab Peter sich nicht geschlagen.
„Schöne Grüße aus Solingen!“ schrie er und rammte dem Biest den harten Stahl seines Rangermessers in den Oberkiefer. Er spürte, wie das ganze Biest zusammenzuckte. Peter zog die Klinge wieder heraus und stach noch mal zu und diesmal drehte er die Klinge im Fleisch. Das Monstrum brüllte und heulte laut auf und spuckte Peter in hohem Bogen aus. Die Wucht war so groß, das er an die Wohnzimmerwand prallte und klatschend auf dem harten Parkett aufschlug. Er konnte nichts mehr sehen. Über und über war er mit Schleim bedeckt und der Schmerz des Aufpralls betäubte ihn fast. Er presste sich so fest er konnte an die Wand, hielt mit der rechten Hand das Messer vor sich und versuchte mit der Linken die Scheiben seiner Gasmaske sauber zu wischen. Doch es wollte ihm nicht gelingen. Das Zeug war zu zäh und zu klebrig. Er machte es dadurch nur noch schlimmer.
Derweil brüllte das Biest vor Wut und Schmerz, dass das ganze Haus erzitterte.
Marianne erschien in der Tür und ihre Augen funkelten böse. In den Armen trug sie einen riesigen Truthahn, dessen Beine zusammengebunden waren und sie hatte sichtlich Schwierigkeiten, das Tier überhaupt tragen zu können.
„Hey du aufgepumpter Wattwurm. Schau mal hier. Tante Marianne hat ein Leckerchen für dich.“
Schlagartig verstummte das Gebrüll.
„Du sollst dich doch verstecken.“ zischte Peter und zog sich die Gasmaske vom Gesicht, weil er immer noch nichts sehen konnte, bereute es jedoch im gleichen Moment, als er den Gestank wahrnahm.
„Wart’s nur ab.“ Ein hämisches Grinsen überzog ihr Gesicht, als sie den Vogel in den Raum warf. Mit einem lauten Klatschen landete er auf dem schleimigen Fußboden und schlitterte noch mindestens einen Meter weit. Peter, der nur mühsam wieder auf die Beine kam und fast wieder einmal ausgerutscht wäre, beäugte ungläubig den Truthahn.
„Du fütterst ihn auch noch mit unserem Weihnachtsbraten? Hey, so schlecht kochst du nun auch wieder nicht, dass du ihn damit umbringen könnest.“
„Auf die Füllung kommt es an mein Schatz. Auf die Füllung. Die ist ganz besonders. Du vergisst, dass ich auch mal einen Beruf erlernt habe. Und die Ausbilder der Chemischen Werke waren ihrerzeit ausgezeichnet.“
Neugierig kam das Monster näher um den Truthahn zu begutachten. Dann schnüffelte es daran und mit einem Haps war es in seinem Maul verschwunden. Man konnte die Knochen bersten hören, als es darauf kaute. Es schmatzte und schlurfte und von seinem Maul tropfte der zähe Schleim.
„Gleich ist es soweit Peter, wart’s nur ab.“ Ein diabolisches Grinsen huschte über ihr Gesicht.
„Na ich weiß nicht. Es scheint ihm zu schmecken.“, sagte Peter und wartete darauf, dass irgendetwas geschehen würde, das Biest mit Schaum vor dem Maul zusammenbräche oder ihm der Kopf explodieren würde. Aber es schmatzte munter weiter und Peter gewann den Einruck, das Biest würde es sich besonders gut schmecken lassen.
„Also ich weiß nicht.“ begann das Monster plötzlich zu sprechen und der Klang seiner Stimme glich dem Röhren einer alten Diesellok. Peter und Marianne wichen vor Schreck zwei Schritte zurück. „Eigentlich lehne ich es ja kategorisch ab, mit meiner Mahlzeit zu reden, aber ihr beiden seit einfach zu putzig. So schwer hat’s mir noch keiner gemacht.“
„Du verstehst uns?“ fragte Peter baff.
„Sehe ich etwa wie eine Bauchrednerpuppe aus? Siehst du nicht dass meine Lippen sich bewegen und ich dir Antwort gebe?“ Es schüttelte ungläubig den Kopf.
„Verdammt noch mal! Was willst du denn von uns?“ schrie Marianne wütend.
„Siehst du, das ist der Grund, warum ich nicht mit meinem Essen rede.“ Mit einem großen Schluck würgte es den Truthahn hinunter. „Ihr seid einfach zu doof! Habt ihr denn mit dem Vogel geredet, bevor ihr ihm den Kopf abgeschnitten habt? Wonach sieht’s denn hier aus? Anstandsbesuch? Austausch von Nettigkeiten? Ich hab Hunger du Pupshuhn! Und wenn ich jedesmal mit meinem Braten diskutieren würde, bevor ich ihn verspeiste, würde ich ja gar nicht mehr zum Essen kommen.“
„Aber diesmal wird’s dir schlecht ergehen…“
„Wegen deiner Spezialfüllung, die du in dieses prächtige Exemplar von Meleagris gallopavo gestopft hast?“, unterbrach das Monster verächtlich die triumphierende Marianne. „Naja, mit Chlorix, Pflanzendünger und Rattengift kannst du mich nicht umbringen. Wenn es dich belustigt, trinke ich auch gerne noch ein Fass Benzin darauf.“
„Aber die Mischung macht’s. Das was du da gerade herunter geschlungen hast, war mehr als nur das von dir Genannte. Das war astreiner Sprengstoff. Wenn der sich mit deiner Magensäure verbindet, wirst du aber ordentliche Magenschmerzen bekommen.“ Marianne lachte hämisch.
„Ach?“ das Monstrum rülpste und kleine Rauchwölkchen quollen aus seiner Nase.
„Sprengstoff?“ das Monster lachte. „Du willst einen Drachen mit Sprengstoff töten?“
„Du siehst eher wie ein aus dem Arsch gekrochener Bandwurm als wie ein Drache aus, so schleimig und stinkend wie du bist.“ Peter warf ihm einen verächtlichen Blick entgegen.
„Bandwurm???“, schrie das Biest böse. „Aus dem Arsch gekrochen?“ Wütend schnappte es nach Peter. Der drückte sich so weit es ging an die Wand. Zwei Zentimeter vor ihm kamen die tödlichen Zähne zum Stillstand. Es schien so, als ob das Monster nicht weiter durch die Öffnung hinaus konnte.
„Meines Wissens haben Drachen Flügel.“ Marianne musterte es verächtlich von oben bis unten. „Bei dir sehe ich aber keine. Du siehst aus wie ein Flubberwurm.“
„Meines Wissens haben Drachen Flügel!!“, äffte es Marianne nach. Dann kam es ganz nahe an Mariannes Gesicht.
„WAS WISST IHR MADEN DENN SCHON ÜBER DRACHEN?!?!“ Marianne wehte es die Frisur nach hinten und eine Wolke üblen Gestankes, durchmischt mit dicken Schleimtropfen, fuhr ihr durch’s Gesicht. Sie unterdrückte erfolgreich ihren Würgereiz und wischte sich das Gesicht mit ihrem Taschentuch ab, das sie aus der Hosentasche friemelte. Sie stand auf gleicher Höhe mit Peter und hoffte, dass sich das Monster wirklich nicht weiter aus dem Loch bewegen konnte. Sie wollte diesem Ding die Stirn bieten. Noch nie im Leben hatte sie sich unterkriegen lassen; selbst von so zwei kleinen Rottweilern wie ihren Kindern nicht. Da würde sie sich doch von solch einem DING bestimmt nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Sie musste nur eine Schwachstelle finden. Alles im Leben hat eine Schwachstelle und selbst der härteste Stahl kann mit der richtigen Temperatur gekocht werden. Drachen würden da bestimmt keine Ausnahme machen. Sie kramte in ihrem Gedächtnis nach, was sie so alles über Drachen wusste. Wenn es stimmte, was die alten Sagen so berichteten, waren Drachen eitel und arrogant. Nun gut, letzteres hatte der Lindwurm ja schon prächtig unter Beweis gestellt und ersteres würde sie noch herausfinden. Da wäre vielleicht die Schwachstelle des Monstrums und da könnte man vielleicht einen Hebel ansetzen.
„Wir wissen zumindest soviel, dass unsere Vorfahren euch öfter mal den Kopf abgeschlagen haben.“, sagte sie mit spitzen Lippen. „So überragend könnt ihr dann ja wohl doch nicht sein, dass ein langes Schwert ausreicht, euch den Garaus zu machen.“
Der Drache begann herzhaft zu lachen. Er konnte sich gar nicht mehr einkriegen und schüttelte verächtlich seinen Kopf.
„Das was eure Vorfahren da erlegt haben, waren beileibe keine Drachen. Das waren ganz ordinäre Dinosaurier. Exemplare, die es geschafft hatten, sich über die Jahrmillionen im Verborgenen zu halten und zu vermehren. Tja, bis der Homo Sapiens ihm die Lichter ausgeblasen hat. Viele eurer Wissenschaftler würden sich heute die Hände reiben, bekämen sie solch ein Exemplar zwischen die Finger. Nein nein, Drachen waren das nicht. Stahl, und sei er auch noch so scharf und hart, kann uns nichts anhaben.“
„Du könntest Recht haben. In keiner Überlieferung steht etwas davon, das Drachen aussehen wie moppelige Schlangen und so stinken, als seien sie geradewegs aus der Kläranlage gekommen.“ sagte Peter.
„Pah, dicke Schlangen.“ Der Drache schaute Peter angewidert an. „Das was du siehst, sind lediglich mein Hals und mein Kopf. Der Rest meines Körpers befindet sich noch in meiner Dimension. Ihr seid nichts weiter als Bienenstöcke für uns, an denen wir uns bedienen wie der Bär am Honig. Zucht- und Brutstationen für unsere Ernährung. Damit ihr unsere Welt nicht mit eurem Gestank verpesten könnt, sind die Dimensionslöcher auch nur so groß, dass nur Kopf und Hals hindurchpassen. Wäre dem anders, so wäre ich euch dahingekommen und hätte ich euch schon längst verspeist.“
„Wir stinken?“ Peter war empört. „Hast Du schon mal an dir selbst gerochen? Also wenn das ein Wohlgeruch sein soll, dann muss dir eine Jauchegrube ja förmlich wie ein Aromabad vorkommen!“
„Ohne Schutz würde ich an euren widerlichen Bakterien und Giftstoffen sterben. Ihr seid dreckig und schmierig und eure Ausdünstungen sind ein Geschwür für diese Welt. Damals, als ihr noch ein Fell hattet und euch da befandet, wo ihr hingehörtet, auf den Bäumen, war diese Welt sauber und rein. Es war eine wahre Freude, hier zu ernten. Der Schleim ist wie ein Schutzanzug, ich kann ihn gar nicht riechen, und wenn ich den Kopf aus dem Loch gezogen habe, ist er weg.“
„Wenn wir so für euch stinken und ihr so eine empfindsame Nase habt, wieso esst ihr uns dann überhaupt?“, fragte Marianne und triumphierte im Inneren. Sie wusste, auf Eitelkeit ist immer Verlass.
„Harzer Roller stinkt auch und ihr esst ihn mit Hochgenuss. Nicht alles was schmeckt, riecht auch gut.“
„Woher weist du eigentlich soviel über uns?“ fragte Peter, während Marianne in ihrer Hosentasche kramte und nach ihrem Feuerzeug suchte.
„Erfahrungen der Lebensmittelkontrolle. Wir müssen schließlich wissen, was wir essen. Aber sag mal, du renitenter Sonntagsbraten. Hat hier irgendjemand gefragt Welches Schweinderl hätten’s denn gern, dass du so viele Fragen stellst?“ Misstrauisch beobachtete er Marianne, wie sie außerhalb seiner Reichweite auf einen Beistelltisch kletterte und mit den Augen die Decke absuchte. „Was machst du da eigentlich?“ fragte der Drache und sein Misstrauen war ihm nun auch deutlich anzusehen.
„Ich möchte dir eine äußerst wichtige und sinnvolle Erfindung der hochgeschätzten Chemieindustrie vorstellen.“ angestrengt schaute sie zur Decke. „Ahh, da ist es ja.“ rief sie und ihre Augen glänzten spitzbübisch. Mit einem leisen Klick zündete sie das Feuerzeug und hielt es über ihren Kopf.
Der Drache lachte laut. „Ein Feuerzeug? Das nennst du eine äußerst wichtige Erfindung?“
„Nein.“, antwortete Marianne. „Ich meine nicht das Feuerzeug. Darf ich dir eine mächtige Waffe der Chemie vorstellen? Feuerlöschschaum!“ Im gleichen Moment rieselte ein Schauer weißen feinen Schaumes aus etlichen Düsen in der Wohnzimmerdecke. Wieder lachte der Drache abfällig.
„Glaubst du etwa, du kannst irgendetwas damit erreichen?“
„Warte es nur ab Lindwurm. Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder du verpisst dich auf der Stelle wieder dahin, wo du hingehörst, oder du stirbst gleich einen qualvollen Tod. Entscheiden solltest du dich aber schnell.“ erwiderte Marianne lakonisch und stieg vom Tisch. Wieder lachte der Drache und das ganze Haus erzitterte. Marianne nahm den staunenden Peter an die Hand und zog ihn langsam aus dem Raum. Als das Lachen ganz plötzlich verstummte.
„Ohhh. Ohhhhhh. Oh Mann. Was hast du getan, du Miststück?“, schrie der Drache. „Das brennt ja wie Höllenfeuer.“ Dann begann er vor Schmerzen wild und laut zu schreien. Seine Haut wurde runzelig und grau und wurde von einem Knistern begleitet, als würde jemand ein riesiges Stück Aluminiumfolie zusammenknüllen. Der Drache versuchte verzweifelt, seinen Kopf zu retten. Er wand und drehte sich, schlug mit dem Kopf wild um sich, doch er bewegte sich nicht einen Millimeter zurück. Nach weniger als einer halben Minute schlug der Kopf plötzlich schwer auf dem Wohnzimmerboden auf und der Schaum spritzte in alle Richtungen. Mit heraushängender Zunge verschwand der Drachenkopf langsam in der ansteigenden Masse des Feuerlöschschaums.
„Wie hast du das gemacht?“ fragte Peter, der den Mund vor Staunen kaum zubekam.
„Der Feuerlöschschaum ist in der Lage, sogar Säuren zu binden. Als das Mistvieh erklärte, dass es in einem Sicherheitsanzug aus Schleim steckte, kam mir die Idee mit der Sprinkleranlage. Dass es aber so schnell vonstatten gehen würde, habe ich nicht zu hoffen gewagt.“ Sie wischte Peter mit ihrem Ärmel den Schleim aus dem Gesicht und küsste ihn. „Ich bin froh, dass du damals darauf bestanden hast, sie installieren zu lassen. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir sie nicht gekauft.“
„Wenn es wichtig ist, kann ich auch großzü…“ Ein Geräusch unterbrach ihn, das ihn an das Schleifen einer Plane über einen rauen Untergrund erinnerte. Sie konnten gerade noch erkennen, wie der Drachenkopf durch das Loch gezogen wurde und ins schwarze Nichts verschwand. Die tiefe Schwärze des Loches zog sich wie eine Kamerablende zusammen bis sie gänzlich verschwand und legte den Blick auf die dahinter liegende Abstellkammer wieder frei. Nun war es nur noch das, wonach es aussah: Ein Loch in der Wohnzimmerwand.
„Es ist weg. Was machen wir jetzt?“ fragte Marianne
„Das Loch zumauern, tapezieren, einen Makler suchen und Stillschweigen über die Sache bewahren.“, zählte Peter auf. „Denn hier werde ich nie wieder eine ruhige Minute verbringen.“
„Das würde uns sowieso niemand glauben.“ sagte Marianne. „Das ist einfach viel zu abgedreht.“
Und so standen sie Hand in Hand im Schauer des Löschschaumes und schauten, froh darüber, dass sie noch lebten, auf das Loch in der Wand.
„Du, Marianne?“
„Hmmm?“
„Hast du nicht Lust, mal wieder mit mir zelten zu gehen?“
5
Nervös schaute Dieter Preschinski auf seine Armbanduhr. Schon seit einer Dreiviertelstunde schaute sich das Pärchen, das er auf Mitte vierzig schätzte, das Haus an. So langsam wurde die Zeit knapp. Der nächste Termin im Nachbarort rückte unaufhaltsam näher und die beiden diskutierten darüber, ob sich pfirsichfarbene Vorhänge im Schlafzimmer wohl hübsch machen würden. In seiner Laufbahn hatte er schon vieler dieser Pärchen kennen gelernt und wusste, dass der arme Kerl eigentlich lediglich nur Ja zu sagen hatte. Er hatte der Dominanz seiner Frau nichts entgegenzusetzen. Ihr gefiel das Haus und Preschinski konnte mit Sicherheit davon ausgehen, dass sie es kaufen würden. Aber immer dieses elitäre Gehabe. Er hasste dieses zur Schau stellen von Geld und Eitelkeiten. Diese Frau war ein Drache.
„Was ist mit diesem Fleck hier an der Wohnzimmerwand?“ fragte sie pikiert und zeigte auf einen kreisrunden Fleck.
„Da hatte der Vorbesitzer einen Durchbruch gemacht.“
„In die Abstellkammer?“ fragte sie und machte ein entsetztes Gesicht. „Manche Menschen haben aber auch seltsame Ideen.“ Sie schüttelte verständnislos den Kopf. „Lassen sie den Fleck entfernen, dann nehmen wir das Haus.“, verlangte sie im Befehlston. „Aber das geschieht natürlich auf Ihre Rechnung. Sie können ja wohl kaum von uns verlangen, dass wir das selber machen.“
„Selbstverständlich geschieht dies auf unsere Rechnung.“ antwortete Preschinski im gekonnt professionell zuckersüßen Ton und war froh, die Hütte endlich verkaufen zu können. „Ich freue mich, dass es Ihnen gefällt und hoffe, dass Sie viel Freude an diesem Haus haben werden.“ In Wirklichkeit freute Preschinski sich über die Provision, die bei dem Verkauf für ihn abfallen würde und hoffte, dass irgendwann einmal irgendetwas dieser Person den Kopf abbeißen würde.
© 2007 bei Dirk Sender
|